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Zu guter Letzt...

Zu guter Letzt...

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Auf dieser letzten Seite möchten wir Ihnen heitere Seiten unseres Lebens präsentieren. In loser Folge können Sie hier humorvolle Geschichten, Anekdoten, Bilder, Videos und anderes entdecken. Lassen Sie sich überraschen - und viel Spaß dabei!


Beide geben, beide nehmen!

Die Pflanzen der Gattung Nepenthes, der Kannenpflanzen, sind in den Tropen, Baumärkten und bei Dehner heimisch. Sie bilden merkwürdige kannenförmige Strukturen aus, die obendrein noch einen Deckel haben. Der Deckel verhindert, dass Regen den Inhalt der Kanne verwässert. Der obere Kannenrand ist meist etwas nach innen gewölbt und ebenso wie das Innere der Kanne sehr glatt.

Insekten können sich auf diesen Flächen nicht halten, sie rutschen in die Kanne und werden in der sauren, enzymhaltigen Flüssigkeit auf dem Grund der Kanne verdaut. Die Kannenpflanzen sind also fleischfressende Pflanzen, weshalb der Botaniker Carl von Linné sie als „gegen die gottgewollte Ordnung der Natur verstoßend“ bezeichnete; so etwas tun anständige Pflanzen nämlich eigentlich nicht.

Nun ist diese Rutschpartie nicht immer tödlich für die Insekten, zumindest nicht für die Ameise Camponotus schmitzi (es spricht einiges dafür, dass ein Deutscher die Art entdeckt hat). Campi, wie wir sie liebevoll nennen wollen, spaziert den glatten Rand hinunter und fischt in der trüben Verdauungsbrühe nach brauchbaren Überresten weniger geschickter Kollegen, aber auch nach Mückenlarven, deren Mütter sich diese Suppe als Lebensraum für ihre Kinder vorgestellt hatten. Campi hat weiterhin Spaß am angebotenen Nektar und sie kann ihren Nachwuchs in speziellen Blattverdickungen der Kannenpflanze aufziehen. Die Kannenpflanze wiederum profitiert von Campi, weil diese sich über bestimmte Rüsselkäfer hermacht, die die jungen Blätter der Pflanze unter Vortäuschung von Hunger zerstören wollen. Sie geht auch mal aufs Klo in der Kanne und diese Mineralien kann die Pflanze allemal besser gebrauchen als die von ihr nicht resorbierbaren Proteine, die Campi ihr da so reichlich liefert.

Es ist noch völlig unklar, warum Campi nicht wie die anderen in die Kanne rutscht. Um das zu klären, müssen vermutlich noch viele Füßchen unter das Elektronenmikroskop! Also:

  • Auch und gerade sehr unterschiedliche Partner können sich sehr gut ergänzen
  • Der jeweilige Nutzen voneinander ist nicht immer gleich auf den ersten Blick zu erkennen
  • Bei der Suche nach eventuellen Vorteilen solcher Partnerschaften sollte man alle, auch absurd erscheinende Möglichkeiten prüfen.

Das oben Gesagte ist natürlich nicht - also wirklich gar nicht - auf menschliche Paare übertragbar!

Text: Dr. Ludger Beckmann - Foto: Hans Breuer, Nepenthesbicalcarata1, CC BY 2.0


“Ich mache heute das Frühstück!”

Ist ja kein Ding, Eier kochen und Brötchen aufbacken funktionieren auch im Halbschlaf. Kurz vor dem heikelsten Schritt, dem Anpieken der Eier (ist das jetzt das dicke oder das spitze Ende?), ertönt die wenig kompromissbereite Forderung: “Ich will ein Spiegelei!” 

Nun ja, ist ja auch kein Hexenwerk. Kleine Teflonpfanne raus, reicht locker für 2 Eier Größe "M". Ein großzügiger Schuss Allnatura Braten-und Backöl in die Pfanne und dann volle Hitze. Das Öl wird schlierig: Die Hitze stimmt. Das erste Ei am Pfannenrand aufgeschlagen, nicht zu fest, sonst ist das Eigelb hin. Perfekt, das Ei gleitet sachte in die Mitte der Pfanne. Da liegt es nun und nimmt sich so viel Platz, wie es braucht. Kein Platz mehr für das zweite Ei, aber bei Teflon wird es schon bereitwillig zur Seite rutschen. Nix da, alles schräg halten und Rütteln nutzt nichts, das Ei bleibt satt und zufrieden in der Mitte. Nun ja, dann muss sich das zweite Ei eben sichelförmig an das erste Ei schmiegen, da kann man auch eine schöne Geschichte drumherum stricken. 

Das zweite Ei wird am Pfannenrand angeschlagen, aber offensichtlich nicht energisch genug: Da fließt nichts, es wird nur ein dünnes, halb durchsichtiges Häutchen sichtbar, das den Inhalt verbissen zurückhält. Der Versuch, das Häutchen durch vorsichtiges Ziehen zur Aufgabe zu zwingen, scheitert. Stattdessen beginnt die Eierschale in der linken Hand zu bröseln, dabei wird die Eihaut an unvorhergesehener Stelle verletzt, und der Inhalt fließt mit immerhin noch intaktem Dotter in die Pfanne! Leider mit ungewolltem Beifang, denn gleichzeitig rutschen 3 große und 3 kleine Stücke der Eierschale mit in die Pfanne. Es wird hektisch! 

Mit einem langstieligen Eislöffel wird versucht, zuerst die großen Fragmente zu bergen. Das ist schwieriger als gedacht, die glibbrige Masse will nichts wieder hergeben. Irgendwann gelingt es, aber das Eiweiss ist mittlerweile schön wolkig weiß geworden, die kleinen Stücke blieben darunter verborgen und sind plötzlich alles andere als nichtig und klein. Egal, auf den Tisch damit. “Nein, du kannst dir das Ei nicht aussuchen, du kriegst das in der Mitte!” Es schmeckt, ein ruhiger Morgen, bis: “Was hat denn da so gekracht?” “Weiß nicht, ich habe nichts gehört….”

Text: Anonymer Autor

 

Bild: KI-generiert (Chat-GPT)

Immer schön cool bleiben! Was wir von Tieren über Hitzestrategien lernen können – oder auch nicht!

Foto: Nabin Mewahang auf Pixabay

Anfang Juli gab es die erste große Hitzewelle dieses Jahres in Dietzenbach. Viele von uns haben instinktiv alles richtig gemacht: keine Anstrengungen, im Schatten bleiben, viel trinken. Doch nicht alle Tiere haben diese Schutzmöglichkeiten. Welche Strategien haben sie entwickelt – und was könnten wir uns davon vielleicht abschauen?

Kühlung mit Kot – nichts für schwache Nerven

Eine etwas spezielle Methode ist bei Störchen zu beobachten: Sie reiben ihre Beine mit flüssigem Kot ein. Der wirkt als Sonnenschutz, und beim Verdunsten des Wassers im Kot wird dem Körper Wärme entzogen. Das verschafft den Tieren ein wenig Kühlung.
Fazit für uns: Nur bedingt umsetzbar – hohes Risiko sozialer Isolation.

Die Libelle macht den Handstand

Bestimmte Libellenarten richten ihr Hinterteil in einer Art Handstand direkt zur Sonne aus (die sogenannte „Obelisken-Stellung“). Dadurch minimieren sie die Fläche, die der Sonne ausgesetzt ist, und reduzieren ihre Wärmeaufnahme.
Wir Menschen sind in der Regel Zweibeiner und nehmen diese Haltung eigentlich automatisch ein. Merkwürdigerweise weichen Menschen an Stränden, Swimming-Pools und auf Kreuzfahrtschiffen oft vorsätzlich von dieser Körperstellung ab und bringen sich auch bei großer Hitze in die Vertikale, vorzugsweise auf einem Liegestuhl, der schon im Morgengrauen mit Hilfe eines Badetuchs reserviert wurde.

Das Kamel: Meister der Hitze

Kamele setzen auf eine clevere Doppelstrategie: An Bauch und Beinen haben sie dünnes Fell, das die Wärmeabgabe erleichtert. Das dichtere Fell am Rücken nimmt dagegen viel Schweiß auf, der nicht einfach heruntertropft, sondern zusammen mit dem Fell eine kühlende Matte bildet.
Wenn Wasser knapp ist, speichern Kamele tagsüber Hitze, um möglichst wenig zu schwitzen. Nach einer kühlen Wüstennacht kann ihre Körpertemperatur nur 34 °C betragen und im Lauf des Tages auf bis zu 41 °C ansteigen – ohne dass sie Schaden nehmen.
Beim Menschen funktioniert das leider nicht. Aber er war immerhin schlau genug, das Speiseeis zu erfinden: Wirkt – und schmeckt!


Fazit:

Tiere haben teils verblüffende Strategien entwickelt, um mit Hitze umzugehen – von elegant bis eigenwillig. Nicht alles eignet sich zur Nachahmung, aber eines ist sicher: Kühlung ist überlebenswichtig. Für uns reicht zum Glück oft ein Eis. Oder ein Platz im Schatten.

© Ludger Beckmann


Die Schildkröte und der Hase

Foto: Laura Lumimaa auf pexels.com

 

Eine Schildkröte wurde wegen ihrer Langsamkeit von einem Hasen ausgelacht. Darüber verärgert, wagte sie es, ihn zu einem Wettlauf herauszufordern. Der Hase nahm diese Herausforderung an, mehr aus Scherz als aus Prahlerei.

Der Tag des Wettlaufs kam; das Ziel wird bestimmt, beide begeben sich auf die Bahn. Die Schildkröte kriecht langsam, jedoch unermüdlich voran. Der Hase legt sich, um den Hohn gegen die Schildkröte aufs Höchste zu treiben, nach vielen Sprüngen hin und her, nur noch wenige Schritte vom Ziel entfernt, ins Gras und schläft aus Mattigkeit ein. Als er durch lauten Jubel der Zuschauer geweckt wird, sieht er die Schildkröte bereits oben am Ziel.

Schon sah er sie zurückkehren. Er ging aber aus Scham auf die Seite und gestand freimütig: In seinem zu großen Vertrauen auf seine Behendigkeit habe ihn das langsamste Tier von der Welt beschämt.

Oft werden gute, aber überhebliche Köpfe von mittelmäßigen, aber anhaltend fleißigen, eingeholt und manchmal sogar übertroffen.

Eine Fabel von Äsop, ca. 600 v.Chr. Nacherzählt von Gerd Wendtland; ein überlieferter Text findet sich im „Projekt Gutenberg“.


Das Schilfrohr und der Ölbaum

Foto: Ute Friesen auf Pixabay

Über Stärke, Festigkeit und Ruhe stritten sich ein Schilfrohr und ein Ölbaum. Das Rohr, welches von dem Ölbaum darob getadelt ward, dass es aller Stärke entbehre und leicht von allen Winden hin und her bewegt werde, schwieg und sagte kein Wort. Nach einer kleinen Weile erhob sich ein heftiger Sturm; das hin und her geschüttelte Rohr hatte den Windstößen nachgegeben und blieb unbeschädigt, der Ölbaum dagegen, welcher sich den Winden entgegengestemmt hatte, wurde durch deren Gewalt gebrochen. 

Eine Fabel von Äsop

Nützliche Vergesslichkeit: Das Eichhörnchen

Foto: Matti Parkkonen auf Wikimedia

Es heißt: Je älter man wird, desto mehr Zeit verwendet man aufs Suchen! Mal ganz davon abgesehen, dass junge Menschen vermutlich genauso oft Dinge verlegen, aber einfach nur schneller beim Finden sind, können kleine Vergesslichkeiten auch durchaus nützlich sein.

Ein schönes Beispiel dafür ist das heimische Eichhörnchen, das derzeit noch in seinem Nest, Kobel genannt, Winterruhe hält. Die Winterruhe ist nicht so tief wie der Winterschlaf, und das Eichhörnchen wacht regelmäßig auf, um auf die Toilette und - man ist ja eh aufgestanden - zum Kühlschrank zu gehen. Der Kühlschrank besteht aus vielen einzelnen Verstecken, in denen das Tierchen in guten Zeiten Vorräte gebunkert hat, z.B. Hasel- und Walnüsse sowie Samen anderer Pflanzen und das jeweils sortenrein getrennt. Es herrscht also Ordnung, allerdings nicht ganz so perfekt. Das Eichhörnchen vergisst auch schon mal, wo es das eine oder andere Vorratslager angelegt hat und so entwickelt sich mancher Vorrat im Frühling zu einem Haselnussstrauch!

Nicht verschwiegen werden sollte, dass Eichhörnchen auch mal über ihre vegetarischen Stränge schlagen und sich hin und wieder ein Amselei oder auch ein frisch geschlüpftes Amseljunges gönnen. Aber solche Details kann man ruhig schnell wieder - vergesssen!

Ein bisschen vergesslich zu sein ist also nicht tragisch. Man sollte allerdings darauf nicht hoffen, dass aus dem im Kühlschrank vergessenen Joghurt ein Haselnussstrauch wird…

Text: Dr. Ludger Beckmann